Mit Sicherheit leise Getriebe – Toleranzentwicklung für die Wälzprüfung
Dr. Christof Gorgels
Zusammenfassung
Besonders in Fahrzeugen mit elektrischem Antriebsstrang hat das Geräuschverhalten des Gesamtgetriebes und damit auch das der einzelnen Zahnrädern deutlich an Bedeutung gewonnen. Somit wird das Geräuschveralten eines jeden einzelnen Zahnrades zu einem wesentlichen Qualitätskriterium. Gleichzeitig werden alle Getriebe nach der Montage am End-Of-Line-Prüfstand zu 100 % einer Funktions- und Geräuschprüfung unterzogen. Getriebe mit auffälligem Geräuschverhalten werden aussortiert und und häufig wegen des hohen Aufwands für die Nacharbeit verschrottet, was hohe Ausschusskosten verursacht.
Die Einflankenwälzprüfung ist eine Möglichkeit, jedes einzelne Zahnrad direkt nach der Fertigung auf sein Geräuschverhalten zu untersuchen. Im Gegensatz zu den geometrischen Merkmalen, stehen aber häufig keine Toleranzen auf den Zeichnungen – diese müssen letztlich erst entwickelt werden. Dabei kommt es darauf an, eine gute Korrelation zu der Gut-Ausschussbewertung des End-Of-Line-Prüfstandes zu erreichen. In diesem Beitrag wird eine Vorgehensweise vorgestellt, wie eine gute Korrelation zum End-Of-Line-Prüfstand hergestellt werden kann. Darauf basierend wird eine Methode gezeigt, wie daraus Toleranzen für die Einflankenwälzprüfung jeder einzelnen Verzahnung abgeleitet werden können.
Das primäre Ziel ist es, die geräuschlich auffälligen Zahnräder zu identifizieren und damit sicherzustellen, dass diese nicht als Gutteile in die Wertschöpfungskette einfließen. Darüber hinaus können mit der Methode Fertigungsprobleme schnell aufgedeckt und zeitnah abgestellt werden, ohne hohe Ausschussquoten zu realisieren. Schlussendlich soll erreicht werden, ausschließlich gute Getriebe zu montieren und damit die Ausschussquote in der Endmontage deutlich zu senken.