Die Zukunft der Getriebeproduktion

Der 7. GETPRO Internationaler Getriebeproduktionskongress der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. (FVA) blickt in die Zukunft und öffnet sich erstmalig dem internationalen Publikum

  • Über 180 Teilnehmer aus 8 Ländern
  • Mobilitätswende und Industrie 4.0 verändern Getriebeproduktion
  • GETPRO-Kongress nimmt Zukunftsthemen auf

Frankfurt am Main/Würzburg, 21.03.2019: Über 180 Experten aus Industrie und Wissenschaft kamen zum siebten Getriebeproduktionskongress GETPRO der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA). Das zentrale Thema der Veranstaltung am 19. und 20. März in Würzburg war die Zukunft der Triebstrangproduktion. Die Position der deutschen Antriebstechnik als Weltmarktführer basiert auf einem Innovationsvorsprung, der sich nicht nur in den Produkten, sondern insbesondere auch in den Produktionsprozessen widerspiegelt. Der Wandel in der Industrie durch Digitalisierung, Vernetzung, Elektromobilität etc. wirkt sich zunehmend auch auf die Herstellung von Getrieben aus. Der GETPRO-Kongress nimmt diese Zukunftsthemen auf, betrachtet in einzigartiger Weise alle Facetten einer effizienten Getriebeproduktion und befördert somit den Fortschritt der Branche. GETPRO hat sich 2019 erstmalig auch dem internationalen Publikum geöffnet und dem Thema Produktion von elektrischen Antrieben eine eigene Vortragssession gewidmet.

Industrie 4.0 verändert die Triebstrangproduktion

Eröffnet wurde der Kongress mit Vorträgen, die einen Einblick in die Zukunft der Produktion von Antriebssträngen boten. Den Anfang machte Johann Soder von SEW-Eurodrive mit seinem Keynote-Vortrag „Die Arbeitswelt von Morgen gestalten erfordert Mut und Bereitschaft für Veränderungen!“, der einem visionären Ausblick in die Zukunft der Getriebeproduktion im Kontext von Industrie 4.0. gab. Soder geht davon aus, dass sich die Unternehmen radikal wandeln müssen, um auch in Zukunft erfolgreich bleiben zu können. Unternehmen müssen kreativ, innovativ und agil sein, um Gewinner der Digitalisierung zu werden. Die digitale Wertschöpfung müsse dabei neu gedacht werden. Einen Schlüssel für einen weiteren Quantensprung in der Getriebeproduktion sieht er darin, dass Mensch und Maschine intelligent miteinander kombiniert werden und skizziert seine Vorstellung einer smarten Getriebeproduktion der Zukunft so: „Industrie 4.0 bietet heute Potenziale, um Produktionsabläufe mit einer intelligent eingesetzten Automatisierung effizienter zu gestalten. Durch einen modularen Fabrikaufbau mit standardisierten Prozessmodulen lassen sich Anpassungen in der Fabrik effektiver vornehmen. Diese neue smarte Produktion ist in der Lage, mit einer zunehmenden Typenvielfalt und Stückzahlschwankungen zurechtzukommen. Hauptakteure in der wandlungsfähigen Getriebeproduktion sind mobile Assistenzsysteme, die Fertigungs-, Montage- und Logistikprozesse intelligent miteinander vernetzen und Mitarbeiter/-innen bei der Durchführung repetitiver und ergonomisch belastender Arbeiten entlasten“, sagte Johann Soder, SEW-Eurodrive GmbH & Co. KG, am Rande des GETPRO-Kongresses.

Kunststoffe gewinnen an Bedeutung
Dr.-Ing. Andreas Langheinrich von der Firma Horst Scholz aus Kronach richtete in seinem Keynote-Vortrag „Kunststoffzahnräder – eine andere Welt?!“ den Blick auf einen Werkstoff mit Zukunftspotenzial für die Antriebstechnik. Kunststoffzahnräder bieten aufgrund der Materialeigenschaften des Kunststoffs für spezielle Anwendungen schon heute Vorteile, zum Beispiel durch geringeres Gewicht, niedrigere Materialpreise, schnellere Produktion/Massenproduktion etc. Langheinrich erwartet für die Zukunft eine wachsende Bedeutung von Kunststoffzahnrädern: „In den kommenden Jahren werden Kunststoffzahnräder mit Metallzahnrädern vermutlich in kleineren ölgeschmierten Leistungsgetrieben in Konkurrenz treten. Als Gründe sind hierfür sind unter anderem die Zunahme der Forschungsaktivitäten rund um Kunststoffe sowie die weiter steigende Präzision in der Fertigung zu nennen“, sagte Dr.-Ing. Andreas Langheinrich, Horst Scholz GmbH + Co. KG auf dem Kongress. Diese Entwicklung berücksichtigt auch die FVA in ihrer Forschungsstrategie und hat deshalb in den letzten Jahren ihre Forschungsaktivitäten im Bereich Kunststoff verstärkt, unter anderem wurde hierfür ein eigener Arbeitskreis gegründet.

Insgesamt sieben Themenschwerpunkte mit 43 Vorträgen boten den Teilnehmern ein breites Spektrum an Vorträgen aus Industrie und Wissenschaft, darunter zahlreiche aktuelle Forschungsthemen aus dem FVA-Netzwerk. Die Themenschwerpunkte behandelten die Bereiche Produktion von elektrischen Maschinen, Wärmebehandlung, Messtechnik, Öle, Schmierstoffe und Komponenten, Werkstoffe für Getriebekomponenten, Werkzeuge, Hart-Feinbearbeitung, Umformen und Weichbearbeitung von Getriebekomponenten.

Gemeinschaftsforschung fördert Fortschritt
Produktionsthemen in der Antriebstechnik spielen seit den Anfängen der FVA eine wesentliche Rolle. Über 400 Projekte wurden seit 1967 in der FVA zu diesem Themenspektrum durchgeführt, derzeit werden dazu in den Arbeitsgruppen der FVA über 100 Projekte betreut. Das leistungsstarke FVA-Netzwerk bietet mit dem GETPRO-Kongress eine Plattform, um die Fragestellungen rund um die Produktion von Antriebssträngen gemeinsam zu diskutieren und neue Erkenntnisse für die Anwendungen in der Praxis zu gewinnen. „Die zukünftigen Veränderungen und Herausforderungen wie neue Technologien, neue Werkstoffe, Industrie 4.0 und Elektromobilität erfordern neue Lösungen. Die FVA bietet hierzu mit ihrem Forschungs- und Industrienetzwerk hervorragende Möglichkeiten im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung. Der GETPRO-Kongress wird in Zukunft der führende Kongress für Industrie 4.0 in der Antriebstechnik sein“, sagt Christian Kunze, stellvertretender Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA).

Über die FVA
Die FVA (Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V.) ist das weltweit erfolgreichste und größte Forschungs- und Innovationsnetzwerk in der Antriebstechnik. Aktuell betreut die FVA rund 220 laufende Forschungsprojekte und bringt damit tausende von Industrieexperten entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit den besten Forschungsinstituten und wissenschaftlichen Einrichtungen der Antriebstechnik zusammen. Diese Form der industriellen Gemeinschaftsforschung liefert die Basis für Produktinnovationen der über 200 FVA-Mitglieder. So schafft die FVA ein weltweit einmaliges Expertennetzwerk, mit Mehrwert für alle Beteiligten. Über 2000 Projekte mit einem Finanzvolumen von mehr als 250 Millionen Euro hat die FVA in den vergangenen 50 Jahren durchgeführt. www.fva-net.de

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Pressekontakt 
Bernard Rensinghoff
Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. (FVA)

Telefon 069/6603-1864
E-Mail: bernard.rensinghoff(at)vdma.org

GETPRO Impressionen

Veranstaltungsort

CCW - Congress Centrum Würzburg
(MARITIM Hotel)
Pleichertorstr. 5
97070 Würzburg

Abendevent

GETPRO ist eine Veranstaltung von:

19. und 20. März 2019 in Würzburg
Eine Veranstaltung der FVA